Der „Soldatenfriedhof“ auf dem Totengarten

Der „Soldatenfriedhof“ auf dem Totengarten

Posewitz-Grab2

Der „Soldatenfriedhof“ von Posewitz

Der „Todtengarten“ ist der ehemalige Friedhof der Gutsbesitzer von Posewitz an der Straße von Posewitz nach Wonnitz, im 16. und 17. Jahrhundert noch benutzt und dann in Vergessenheit geraten.

Im Herbst 1813 wurde das Herrenhaus in Posewitz nach Wünschen des kuk Platzkommandanten, der Altenburger Landesregierung und des Camburger Rates zum Lazarett umgenutzt, an Nervenfieber erkrankte Soldaten der östereichischen (tscheschichen) Regimenter wurden aus den umliegenden Lazaretten nach Posewitz gebracht. Auf dem Friedhof der Rittergutsbesitzer in der Nähe des Gutshof hat man die im Lazarett Verstorbenen in Gemeinschafts-gräbern bestattet, wie auch später österreichische Soldaten. Der Soldaten-friedhof ist sich selbst überlassen worden. Es gibt keinen einzigen Grabstein von Soldaten oder Gutsbesitzern mehr, nur die in Resten vorhandenen Umfriedungen zwei früherer Familiengräber. Eine informative Schautafel gibt die Geschichte des „Franzosen-Friedhofs“ wieder.Posewitz, schild

Posewitz, Friedhof


Nun ist in letzter Zeit Bewegung in die Geschichte gekommen. Nachdem Robert Heyne mit seiner „Arbeitsgemeinschaft Jena 1806 e.V.“ den „Franzosenfriedhof“ wiederentdeckt hatte und zu der Erkenntnis kam, dass dort böhmische Soldaten aus dem Wehrbezirk Prag begraben waren, die unter österreichischen Kommando standen, interessierten sich österreichische und tschechische Traditionspfleger für den Friedhof. Nach einem Besuch des kk EVIDENZBÜROS i.Tr. in Posewitz wurden auf dem Friedhof am Grab der Soldaten Winterlinge und Märzenbecher aus Österreich gepflanzt. Die Camburger Feldgeschworenen i.Tr. mit Familie Becker an der Spitze sorgten fortan für die Pflege des Friedhofes.

Am 29. Januar 2018 wurde der Posewitzer Soldatenfriedhof von den Kaiserlichen Hoheiten, dem Erzherzogspaar Herta Margarete und Sandor von Habsburg-Lothringen sowie Rittern und Edelfrauen des Ritterordens Herinrich III – der Erlauchte besucht.

Für die Zukunft ist die Errichtung eines Denkmals und die Pflanzung von Maria-Theresia-Apfelbäumchen geplant.