Posewitz

Posewitz

Posewitz liegt zwischen Camburg und Zöthen auf der Neigung des Meißner Plateaus zur Saale, 1/4 Wegstunde von Camburg entfernt. Posewitz ( Boswitz, Pohsewitz, 1674 Bosewitz) gehörte zum wettinischen Amt Camburg, welches aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens zu verschiedenen Ernestinischen Herzogtümern gehörte.

1826 kam Posewitz als Teil der Exklave Camburg vom Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg zum Herzogtum Sachsen-Meiningen. Von 1922 bis 1939 gehörte der Ort zur Kreisabteilung Camburg, in Zeiten der DDR zum Kreis Jena-Land, heute zu Camburg und zum Saale-Holzland-Kreis.

Posewitz - Broken Wheel RanchBroken Wheel Ranch bei Camburg in Posewitz

 

 

 

 

 

Steinzeitliche Funde lassen auf eine sehr frühe Besiedelung der Gegend um Wonnitz und Posewitz schließen, in Posewitz wurde u.a. ein Steinbeil und eine Steinhacke gefunden, an der Wonnitzer Straße ein Gräberfeld aus früher Zeit. Eine Berührung mit römischer Kultur ist nicht nachzuweisen. Die Orte wurden – wie schon die Namen verraten – von Slaven besiedelt. Dies slavische Kultur ging etwa um 1000 n. Chr. in der Kultur des frühen Mittelalters auf.

Die erste verbürgte Erwähnung des Ortes Posewitz findet sich im Urkundenbuch von Stadt und Kloster Bürgel aus dem Jahre 1271.

Posewitz gehörte zur Grafschaft Camburg, die sich seit 1030 im Besitz des Wettiner Fürstenhauses befand und bestand ursprünglich aus dem Gut und 4 kleinen Häuslerwohnungen.

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Vom Herrenhaus führten 4 Alleen nach Camburg, Schinditz, Wonnitz und Zöthen, die heute als befestigte Straßen wiederzufinden sind. Die Posewitzer wurden „nach Camburg geschult, gepfarrt und begraben“. 1674 hatte der Ort insgesamt 6 Häuser, 23 Einwohner in 3 Familien, 1852 dann 35 Einwohner, 5 Familien, 222 Stück Vieh  ( 170 Schafe, 26 Rinder, 19 Schweine, 4 Pferde und 3 Ziegen). Wie in Döbrichau, Zöthen und Schinditz gab es keine Nachtwache. Hunde wurden nachts als Ortswache losgelassen.

wappenDas Gut war eines der schönsten und besten im Verwaltungsamt. Das Haus und Gut Posewitz besaß 60 ha Land, davon 51,1 ha Feld, 3,3 ha Garten und 2,2 ha Wiese, die alleinige Jagd im Holz Röblitz (Schinditz) sowie weitere ansehnliche Güter und Lehen in der Umgegend ( 1 Fischwasser in der Saale, 2 Wehrrichte an der Saale, Grünland in Camburg nahe Döbritzschen, Erbzinsen und Frohnen zu Gosserstedt, Sieglitz, Niedertrebra, Pfuhlsborn, Großheringen, Mollschütz, Schinditz, Kleinprießnitz, Stadt Sulza und die Niederjagd in mehreren Ortsfluren. Trotz bester Voraussetzungen war der wirtschaftliche Erfolg der Gutsbesitzer nicht gegeben. Anfang des 19. Jahrhunderts kam das Gut unter Zwangsverwaltung.

1813/1814 verlegt Camburg das Militärlazarett in das unter Sequestration stehende Gut. Das Herrenhaus wurde zu Lazarett, in das die an Nervenfieber erkrankten Soldaten aus den anderen Lazaretten gebracht wurden. Die dort Verstorbenen wurden auf den sog. Totengarten, dem heutigen „Soldatenfriedhof“ in der wuntschner Hohle beigesetzt. 1829 erhielten die Rittergutsbesitzer durch Herzogliches Rescript die Erlaubnis, die Verstorbenen ihrer Familien daselbst zu bestatten.

(siehe Soldatenfriedhof)

Posewitz, FriedhofPosewitz, schild

 

 

 

 

Die Landwirtschaft war die ökonomische Grundlage des Gutes und des Ortes sowie der ganzen Gegend. Während Forstwirtschaft auf Grund des unbedeutenden Holzbestandes keine Rolle spielt und der Weinbau nach dem 30-jährigen Krieg zum Erliegen kam, spielten Ackerbau, Obstbau und Viehzucht eine entscheidende Rolle. Gemüse wurde nur für den Hausbedarf ausreichend angebaut. Bedeutsam war der Anbau von Getreide und Obst (Äppel und Zwetzschchen), die ins „Ausland“ exportiert wurden – Nach Jena, Naumburg, Leipzig und Eisenberg. (1852 wurden für 80.000 Thaler Zwetschchen ausgeführt)

1834 lag der Ertrag bei Weizen bei ca. 37 dt/ha, bei Roggen 62 dt/ha, bei Gerste bei ca. 45 dt/ha. 446647 Malter Kartoffeln wurden auf 22106 Ar geerntet, Zuckerrüben spielten erst ab 1850 nach dem Bau der Zuckerfabrik in Tümpling eine Rolle.

Der Reinertrag in Posewitz lag 1850 bei 55 Mark und 18 Pfennigen (Rang 6 – 1.Rang Crölpa-Löbschütz 66,64 M, 46.(Letzter) Lichtenhain 19,40 M)

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